Der Einstieg in KI gelingt am besten über kleine, kontrollierte Experimente und klare Verantwortlichkeiten. Die folgenden Schritte helfen, schnell belastbare Ergebnisse zu erzeugen und Risiken zu minimieren.
Die wichtigsten Schritte zusammengefasst:
| Schritt | Aufwand | Nutzen |
|---|---|---|
| Use-Cases sammeln | gering (+++) | moderat–hoch (++) |
| Pilotteam | moderat (+) | hoch (+++) |
| Prototyping | gering–moderat (++) | hoch (+++) |
| Daten prüfen | moderat (+) | hoch (+++) |
| KPIs setzen | gering (+++) | sehr hoch (+++) |
| Go/No-Go | gering (+++) | hoch (+++) |
| Schulungen | moderat (+) | hoch (+++) |
| Technische Integration | hoch (—) | hoch (+++) |
Inhalt
1. Relevante Anwendungsfälle identifizieren
Ziel: Probleme finden, bei denen KI realen Mehrwert bringt.
Vorgehen (konkret):
- Mit 3–5 Fachbereichen je 30 Minuten sprechen und folgende Fragen klären:
– „Welche Aufgaben dauern lange?“
– „Wobei passieren häufig Fehler?“
– „Was ist repetitiv?“ - Erste Liste mit 10–20 KI-Einsatzideen erstellen.
- Für jede Idee Aufwand/Nutzen grob bewerten.
Beispiele:
- Automatisierte Protokollerstellung aus Meetings.
- Vorschläge für Kundenantworten im Support.
- Klassifikation eingehender E-Mails nach Kategorie.
Aufwand/Nutzen:
- Aufwand: gering
- Nutzen: moderat bis hoch (je nach Bereich)
2. Kleines KI-Pilotteam aufstellen
Ziel: Schnelle Umsetzung ohne große Organisation.
Vorgehen (konkret):
- 1 Person aus IT, 1 aus Fachbereich, 1 Produkt-/Projektverantwortliche:r.
- Klare Rollen definieren (z. B. Datenbereitstellung, Testdesign, Erfolgsmessung).
- Maximal zwei Piloten parallel starten.
Beispiele:
- „KI-Pilot Logistik“ mit IT (Schnittstellen), Lagerleitung (Use Case) und Operations (KPIs).
Aufwand/Nutzen:
- Aufwand: moderat
- Nutzen: hoch, da Reibungsverluste sinken.
3. Schnelles Prototyping (2–4 Wochen)
Ziel: Funktionsfähigen Prototyp testen, bevor investiert wird.
Vorgehen (konkret):
- Standardtools nutzen (z. B. Microsoft Copilot, Google Workspace KI, ChatGPT-Enterprise).
- Keine eigene Infrastruktur oder Modelle am Anfang.
- Prompts/Makros/Workflows erstellen und mit echten Daten testen.
- Ergebnisse dokumentieren: Zeitersparnis, Fehlerquote, Nutzerfeedback.
Beispiele:
- Finance testet: „KI analysiert monatliche Ausgaben und erstellt erste Berichte.“
- HR testet: „KI generiert Entwürfe für Stellenanzeigen basierend auf Vorgaben.“
Aufwand/Nutzen:
- Aufwand: gering bis moderat
- Nutzen: hoch, weil Klarheit entsteht, ob sich ein Projekt lohnt.
4. Datenqualität prüfen und minimal vorbereiten
Ziel: KI sicher nutzen und verlässliche Ergebnisse erzeugen.
Vorgehen (konkret):
- Klären, welche Daten verwendet werden dürfen (Datenschutz, Compliance).
- Kleine Stichprobe prüfen: 100 Datensätze → Fehler, Inkonsistenzen, Lücken.
- Wenn nötig: einfaches Mapping oder Formatbereinigung einbauen (CSV-Cleanup, Standardfelder).
Beispiele:
- Support: E-Mail-Betreffs standardisieren („Anfrage zu…“).
- Vertrieb: CRM-Datenfelder vereinheitlichen.
Aufwand/Nutzen:
- Aufwand: moderat
- Nutzen: hoch, da Daten die Ergebnisqualität dominieren.
5. Erfolgsmessung definieren
Ziel: Objektiv bewerten, ob KI weiter ausgerollt werden soll.
Vorgehen (konkret):
- Vor Projektstart 2–3 KPIs festlegen:
– Zeit pro Aufgabe
– Fehlerquote
– Mitarbeiterzufriedenheit
– Anzahl korrigierter KI-Vorschläge - Nach 2–4 Wochen Pilot: KPI-Vergleich alt vs. neu.
Beispiele:
- Support: „Antwortzeit reduziert von 12 min → 5 min.“
- Buchhaltung: „Manuelle Fehler im Monatsreporting 40 % reduziert.“
Aufwand/Nutzen:
- Aufwand: gering
- Nutzen: sehr hoch, ermöglicht faktenbasierte Entscheidungen.
6. Entscheidung: Ausrollen oder stoppen
Ziel: Ressourcen gezielt einsetzen.
Vorgehen (konkret):
- Wenn mindestens eine KPI verbessert wird → skalieren.
- Wenn nicht → Pilot schließen, Learnings dokumentieren.
- Bei Rollout 3–5 weitere Teams einführen.
Beispiele:
- Protokollerstellung funktioniert → alle Meetings >10 Personen sollen KI-Protokolle nutzen.
- Automatisierte E-Mail-Sortierung unzuverlässig → Konzept verwerfen.
Aufwand/Nutzen:
- Aufwand: gering
- Nutzen: hoch, da Fokus entsteht.
7. Schulungen und Governance leichtgewichtig einführen
Ziel: Richtlinien schaffen, ohne Innovation zu blockieren.
Vorgehen (konkret):
- 45-Minuten-Training für alle Nutzer („Do & Don’t“, Datenschutz, Prompt-Tipps).
- Eine Seite Richtlinien („Welche Daten dürfen nicht genutzt werden?“).
- KI-Kummerkasten einrichten (Feedbackkanal).
Beispiele:
- Vorlagen für sichere Prompts.
- Musterformulierungen für KI-gestützte Kundenmails.
Aufwand/Nutzen:
- Aufwand: moderat
- Nutzen: hoch, da Risiko sinkt und Qualität steigt.
8. Technische Integration erst bei echtem Bedarf
Ziel: Kein Over-Engineering im Frühstadium.
Vorgehen (konkret):
- Nur in Fällen mit nachgewiesenem Mehrwert APIs verbinden oder Automationen bauen.
- Priorisierung:
- High-Impact-Use-Cases
- Wiederholte Prozesse mit klaren Eingaben/Ausgaben
- Bereiche mit hohen Arbeitsvolumina
Beispiele:
- CRM ↔ KI: automatische Kontaktnotizen.
- ERP ↔ KI: Bestellmengen vorschlagen.
Aufwand/Nutzen:
- Aufwand: hoch
- Nutzen: hoch, wenn Prozessvolumen groß genug ist.
